SPD setzt sich gegen Ärztemangel ein

Der Vorstand der SPD im Landkreis Harz hat sich in seiner konstituierenden Sitzung am 29.10.08 über Probleme bei der aktuellen und künftigen haus- und fachärztlichen Versorgung der Bevölkerung in einigen Städten und Gemeinden des Landkreises befasst. Viele Ärzte gehen demnächst in Pension, und junge Ärzte zieht es nicht in die ländliche Region. Dadurch ist zu  erwarten, dass aufzugebende Arztpraxen nicht ausreichend Nachfolger finden.

Der Kreisvorstand der SPD wird diese Entwicklungen weiter beobachten und sich für eine Abhilfe der derzeitigen Situation einsetzen. Nach dieser ersten Beratung hält er folgende  erste Schritte für wichtig und notwendig:
 

  1. Da es auf Bundes- und Landesebene  Regelungen gibt, die die Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum fördern bzw. die medizinische Versorgung der Bevölkerung sichern helfen, unterstützt die SPD im Kreis folgendes:
     – die – leider noch ausstehende – völlige Angleichung der Ärztehonorare in alten und neuen Bundesländern
    – die Anwerbung von Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland, insbesondere durch Nutzung der Niederlassungsfreiheiten innerhalb der EU
    – die Schaffung von Medizinischen Versorgungszentren, die den einzelnen Arzt von Verwaltungsarbeit entlasten können
    – regional angepasste Budgets
  2. Der Kreisvorstand begrüßt alle Bemühungen in den Städten und Gemeinden, die die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten fördern. Kooperationsverträge mit den Kassenärztlichen bzw. Kassenzahnärzlichen Vereinigungen sind ein gutes Beispiel. Dies wird in Wernigerode bereits praktiziert. Konzertierte Aktionen von Ärztinnen/Ärzten, der Kassenärztlichen Vereinigungen und kommunalen Verwaltungen  in mehreren Gemeinden des Landkreises Harz sind dafür gute Ansätze. Diese lassen sich auch auf andere Kommunen übertragen. Aus Sicht des SPD Kreisvorstandes sind dafür keine neuen Strukturen auf Kreisebene zu schaffen.
  3. Die SPD Harz bedauert die Entscheidung von Ärztinnen und Ärzten aus der Region, sich in besser versorgten Regionen Deutschlands und im Ausland niederzulassen. Von allen Partnern der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens wird erwartet, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum gefördert und eine Zwei-Klassen-Medizin verhindert wird.

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