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  Start   05.09.2010  05:08  
Bodenzeitung in Quedlinburg – Bürger lassen ihre Wünsche und Kritiken da
Geschrieben von Julia   
Mittwoch, 1. September 2010

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Anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Landesverbandes der SPD Sachsen-Anhalt hatten die Bürgerinnen und Bürger in Quedlinburg am 28. August die Gelegenheit, auf einer von den Jusos Harz bereitgestellten Bodenzeitung der Politik ihre Wünsche und auch kritischen Anmerkungen „schwarz auf weiß“ zu hinterlassen.

So stand bei dieser Aktion der Jusos Harz die Idee im Vordergrund, nicht die Bürgerinnen und Bürger mit Informationen zu versorgen, sondern sich Informationen geben zu lassen. „Die Bodenzeitung wird sehr gut angenommen. Nicht nur allgemeine Schlagworte, sondern auch konkrete Forderungen ließen die Befragten dort“, sagte Tino Schlögl, Vorsitzender der Jusos Harz.

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So vernahmen die Jusos unter anderem den Wunsch einiger Quedlinburger, den Ausbau des Fahrradweges zwischen Quedlinburg und Westerhausen voranzutreiben. „Dies ist sicherlich ein Thema, welches wir weiter ergründen und verfolgen sollten“, sagte Schlögl abschließend.

 
Leserbrief zum Thema: Thilo Sarrazin und die Meinungsbildung
Geschrieben von Julia   
Montag, 30. August 2010

Die Möglichkeiten der Meinungsäußerung in Zeiten des Internets sind facettenreicher denn je. Facebook, Twitter oder StudiVZ lassen die Menschen Statements abgeben- in Sekundenschnelle.
Fast jedes Thema wird bewertet, aber selten ausgewertet. Dabei geht es weniger um Nachhaltigkeit oder Inhalt, vielmehr um Provokation und die darauf folgende Reaktion. Doch leider führt das oftmals zu Meinungsbildern, aufgrund der Kürze der medialen Aufbereitung und der begrenzten Nachhaltigkeit gegenüber dem zum Beispiel gedruckten Wort, die oberflächlich und ungerecht sind.
Solche Statements gab es in den letzten Tagen en masse auf diversen Plattformen zu lesen- nämlich zum Thema Thilo Sarrazin und seinem jüngsten Werk „Deutschland schafft sich ab“. Da verschafft sich Herr Sarrazin erheblichen Presseaufwind durch fragwürdige Äußerungen und viele, oftmals auch jüngere Leute, reagieren mit Online-Statements wie: „Endlich mal jemand der sagt was viele Millionen Deutsche denken- sich nur nicht trauen auszusprechen“ oder es werden Online-Gruppen gegründet wie einen „Thilo Sarrazin Fanclub“ auf StudiVZ, der erheblichen Mitgliederzuwachs erfährt.

Bedauernswert ist dabei nur, dass die Publikationen selbst meist gar nicht gelesen werden oder lediglich das Vorhaben zum Lesen bekundet wird, die eigentliche Meinungsbildung aber meist schon fast abgeschlossen ist- ohne eventuell die Fakten von Herrn Sarrazin mal ausführlich hinterfragt zu haben. Auch geht der durch Schlagworte gebildeten Grundmeinung selten ein intensives Auseinandersetzen mit der Thematik einher. Besonders bei einer so diffizilen Problematik, wie die Ausländerpolitik, ist ein eindringliches Studium aller Fakten und Probleme in Deutschland, insbesondere vor dem historischen Hintergrund, unerlässlich und absolut wünschenswert.
Kritische Betrachtungen sind immer wichtig und wirken meist kreativ auf politische Prozesse- sie sollten aber stets ausführlich vorbetrachtet und in angemessener Art und Weise vorgebracht werden.

Es wäre bedrückend wenn bestimmten Minderheiten nur aufgrund von solchen plakativen Äußerungen und  Publikationen- sowie der daraus resultierenden Meinungsbildung weiter an den Rand unserer Gesellschaft gerückt würden. Wichtiger wäre es doch, Chancen zur Lösung der Migrationsprobleme aufzuzeigen, als nur pessimistisch zu polemisieren.

Tobias Kascha, Wernigerode

 
Leserbrief zum MZ Artikel : 100.000 Euro für 15 Fragen
Geschrieben von Julia   
Montag, 30. August 2010

Ich finde die Idee einer besseren Bürgereinbindung durch die demokratischen Parteien des Landes ja grundlegend immer gut. Allerdings muss man sich fragen, ob dieser Fragebogen seine 100.000 Euro wert ist. Zum einen halte ich die Auswahl des Anbieters für fragwürdig, da solche Online-Fragebögen und deren Auswertung quasi heutzutage nichts mehr kosten dürften. Zum anderen sind die Fragen, bis auf die offenen, wo der Bürger seine Wünsche eintragen kann, teils überflüssig, teils jedoch auch sehr manipulativ. Wie hoch ist denn die Chance, dass sehr viele Bürger außerhalb des CDU-Spektrums an der Umfrage teilnehmen werden? Damit sind die Ergebnisse vorprogrammiert. Im Ergebnis steht dann, dass alle Sachsen-Anhalter heimatverbunden seien, mit der Entwicklung des Landes zufrieden sind und auch sonst voll und ganz nach dem konservativen Weltbild der CDU schreien. Doch entspricht dies wirklich der Realität?

Von einer Umfrage, die so viel Geld kostet, erwarte ich mehr. Und von einer Partei, die meint, die Mehrheit der Sachsen-Anhalter mit 15 Fragen regieren zu wollen, rate ich dringend ab.

Julia Brandt, Wernigerode (in gekürzter Fassung erschienen am 28.08.2010)

 
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