SPD-Ortsverein Quedlinburg feiert sein 30-jähriges Bestehen

Rückblick mit Jubilaren

Coronabedingt mehr als ein Jahr später feiert der SPD-Ortsverein Quedlinburg sein 30-jähriges Bestehen. Wer hier bereit seit drei Jahrzehnten mitarbeitet.

MZ von PETRA KORN

Das Jahr 1989 sei reich an besonderen Daten gewesen, sagt Wolfram Kullik. Für ihn gehört der 26. Oktober dazu, als es die ersten Wende-Demonstrationen in Quedlinburg habe, und der 3. Dezember, als er das erste Mal auf dem Brocken gewesen sei. Dann sei im März 1990 die Volkskammer gewählt worden. „Ich dachte, die Kräfteverhältnisse werden sich ähnlich wie in der Bundesrepublik darstellen“ Ein Irrtum – die CDU habe damals einen „Riesenerfolg“ gehabt. „Ich habe gedacht: Wenn du das nicht willst, dann musst du was machen“, erinnert sich Wolfram Kullik. Im April 1990 wurde er Mitglied der SPD.

Wolfram Kullik gehört ebenso wie Edeltraud Bande, Bianka Kachel, Matthias Klauss und Ralf Rüdiger zu jenen, die am Sonntag für eine 30-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt worden sind. Erfolgt ist das im Rahmen einer Festveranstaltung. Denn seit drei Jahrzehnten gibt es auch den Ortsverein Quedlinburg. Genauer gesagt, schon seit mehr als 31 Jahren, nur konnte coronabedingt das Jubiläum erst jetzt gefeiert werden.

Es sei gar nicht so leicht, die Anfänge in der Nachwendezeit zu rekonstruieren, sagte Andreas Steppuhn, Vorsitzender des Ortsvereins. Quedlinburger wie Birgit Voigt und Eberhard Brecht hätten sich schon 1989 der damaligen SPD angeschlossen, sie seien bereits 2019 geehrt worden. Eine erste Niederschrift einer Zusammenkunft von Sozialdemokraten in der Stadt gibt es vom 18.Dezember 1989, dass gilt als Gründungsdatum des Ortsvereins. Laut diesem Protokoll wurde damals Sprecher ebenso benannt wie die SPD in Celle als Partner. Zudem wurden Delegierte für eine erste Konferenz in Berlin sowie Vertreter für die Runden Tische in Stadt und Kreis bestimmt und zu bildende Gruppen festgelegt. Und festgelegt wurde damals auch, dass die nächste Ortsvereinsversammlung am 19. Januar 1990 stattfinden solle. 

„Als das damals hier losging mit der SPD waren wir aus Celle mit vor Ort“, schilderte Jens Reimann, zu jener Zeit Vorsitzender der SPD in Celle und Fraktionsvorsitzender. Die Niedersachsen hätten die Quedlinburger unterstützt. Begegnungen und Austausch seien auf Augenhöhe erfolgt, unterstrich Reimann, auch die Celler hätten lernen können, unter welchen Bedingungen die Quedlinburger ihr Leben in der DDR hätten gestalten und leben müssen. Wobei: Dinge wie die Mitbestimmung in den Betrieben oder die Rolle der Frauen hatten „durchaus auch Vorbild für die Bundesrepublik werden können“ so Reimann. 

Glückwünsche an den Ortsverein überbrachte auch Armin Willingmann, stellvertretender Vorsitzender der SPD Sachsen-Anhalt, Er würdigte zudem, dass Quedlinburger wie Birgit Voigt – seit 1990 Kreistagsabgeordnete -, der Bundestagsabgeordnete Eberhard Brecht, der ehemalige Landtagsabgeordnete Andreas Steppuhn und der ehemalige Landrat Wolfram Kullik „über die Stadt hinaus gewirkt und die SPD auch nach außen vertreten“ hätten.

Aktuell zählt der Ortsverband 72 Mitglieder, sagte Andreas Steppuhn. Darunter sind mit Reinhard Brinksmeier, Eveline Gablenz, Brigitte Kullik, Reiner Kersten, Christian Schickardt und Bärbel Wilhelm weitere Frauen und Männer, die seit drei Jahrzehnten bei den Sozialdemokraten mitarbeiten. Andreas Steppuhn selbst ist seit 40 Jahren in der Partei, Mario Gils seit 25. 72 Mitglieder – das klinge nich wie eine allzu große Zahl, so der Ortsvorsitzende. Aber es sei ein Höchststand seit der Gründung nach der Wende, und „wir haben die Jahre entgegen dem Trend Zuwachs an Mitgliedern gehabt“, so Andreas Steppuhn.

In die Arbeit der Mitglieder des Ortsvereins in den vergangenen Jahrzehnten gaben Fotos, Flyer und mehr Einblick, die während der Festveranstaltung gezeigt wurden.
























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